Doppelt schöne Welt

Über der Wasseroberfläche des Weissensees liegen noch kleine Nebelfetzen. Es ist Spätsommer, die ersten Bäume verfärben sich, und die Sonne, die jetzt im Osten über den Bergen aufgeht, legt über alles einen goldenen Schimmer. In Neusach haben wir beim Bootsverleih Domenig zwei Standup-Paddle-Bretter ausgeliehen und fahren jetzt ganz gemächlich in den Morgen hinein. Außer uns sind nur ein paar Angler auf dem See. Und Enten natürlich. Der Weissenseee liegt so spiegelglatt vor uns, dass sich die kleinen rosa Wölkchen am Himmel und die Berge im Wasser spiegeln, eine doppelt schöne Welt. Wir finden unseren Rhythmus, tauchen die Paddel gleichmäßig ins Wasser. Drei rechts, drei links, einmal in den Himmel gucken – fühlt sich an wie ein meditativer Spaziergang auf dem Wasser.

Morgens am Bootsverleih Domenig

Karibisch türkis

Der Weissensee ist Kärntens höchst gelegener Badesee – und der wohl schönste. Er liegt auf gut 930 Meter Höhe und hat Trinkwasserqualität. Das Wasser leuchtet wegen seines hohen Kalkgehalts vor allem im Ostteil des Sees knallig türkisfarben, und es ist glasklar. Das macht das Stand-up-Paddeln zu einem ganz besonderen Erlebnis hier. Man fährt nicht nur durch eine eindrucksvolle Naturlandschaft – ringsum bewaldete Bergkuppen und die kleinen, gemütlichen Orte der Alpine-Pearls-Gemeinde Weissensee – man kann den Blick auch mal nach unten richten und Fische und Wasserpflanzen beobachten. Das geht vom Stand-up-Paddle-Brett aus fast noch besser als beim Kanufahren. Denn man schaut mit mehr Distanz aufs Wasser.

Ruhe genießen

Sehr gesund ist Stand-up-Paddling übrigens auch: Jüngste Studien haben gezeigt, dass es die Rumpfmuskulatur sogar effektiver trainiert als ein gleich langes Gerätetraining im Fitnessstudio – spielerischer geht das hier auf dem Wasser sowieso, unmerklich, und deshalb empfinden wir es als viel angenehmer. Von Neusach aus fahren wir in Richtung Nordosten und genießen die Ruhe. Noch schlafen die meisten Urlauber, und außerdem ist der Weissensee für private Motorboote gesperrt. Nur die Flotte der Weissensee Schifffahrt darf mit Dieselmotoren fahren, für alle anderen gilt: paddeln, rudern, schwimmen oder den E-Motor starten.

SUP morgens beim Bootsverleih Domenig

Einsteigerkurse

Es gibt mehrere Verleihstationen rund um den 6,5 Quadratkilometer großen Weissensee, natürlich nicht nur für Stand-up-Paddle-Boards, sondern auch für Kanus und Elektroboote. Wer noch nie auf einem SUP-Brett gestanden hat und unsicher ist, der kann auch einen Einsteigerkurs buchen, bei dem die Technik gezeigt wird (Anmeldung bei Weissensee Aktiv, Tel.: +43 (0)660/ 14 91 544). Ansonsten gilt für Anfänger: erst mal auf dem Brett knien und dann breitbeinig aufrichten. Da auf dem Weißensee nur die Schiffe der Weissensee Schifffahrt für sanfte Wellen sorgen, ist er ein perfektes Anfängerterrain. Auch weil es einfach Spaß macht, mal einfach in dieses klare Wasser zu fallen … und rauf schafft man’s übrigens  auch ohne Übung wieder.

Morgens um halb acht ist es noch etwas kühl zum Baden, dafür haben wir den Weissensee fast für uns alleine. Unser Ziel: das Seecafé Ronacherfels. Dort trinken wir einen Kaffee direkt am Wasser und schauen zu, wie die Sonne ruckzuck die letzten Nebelschwaden auflöst. Und nachher, wenn wir wieder am Steg vom Bootsverleih ankommen, wird es schon so warm sein, dass wir doch noch eine Runde baden gehen.

https://www.weissensee-aktiv.com/sommer/sup/

https://bootsverleih-weissensee.at

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